Neubau von Hochwasserrückhaltebecken an Freiberger Mulde und Bobritsch

ICL Ingenieur Consult

Der Hochwasserüberleitungsstollen von der Freiberger Mulde zum HRB Mulda

Der Hochwasserüberleitungsstollen von der Freiberger Mulde zum HRB Mulda

Zwischen der Freiberger Mulde südlich des Haltepunktes Nassau der Bahnlinie Freiberg-Holzhau und dem Chemnitzbach südlich der Ortslage Dorfchemnitz wird ein 4.325 m langer Stollen mit einem Durchmesser von etwa 4,00 m im Freiberger Gneis aufgefahren. Er wird bis zu 117 m vom Deckgebirge überlagert.

Stollenprofil Mulda

In Abhängigkeit von der Standfestigkeit und Wasserwegsamkeit des Gebirges wird der Stollen teilweise mit Stahlbeton ausgebaut. Durch diesen Stollen können im Hochwasserfall bis zu 36,0 Kubikmeter je Sekunde Wasser aus der Freiberger Mulde in das Tal des Chemnitzbaches und damit in das Hochwasserrückhaltebecken Mulda übergeleitet werden.

Stollenquerschnitt

Die Wasserentnahme aus der Freiberger Mulde erfolgt seitlich, über ein Einlaufbauwerk, das sich unmittelbar südlich des Haltepunktes Nassau im Bereich einer Talenge befindet. Das Einlaufbauwerk besteht aus einem Hochwasserwehr und einem ökologischen Wehr mit Niedrigwasserrinne, welches nur im Falle eines Hochwassers geschlossen wird und den Fischen somit auch bei geringen Abflüssen einen Auf- bzw. Abstieg in der Freiberger Mulde ermöglicht.

Der Zuleitungskanal unterquert als 60 m langer Tunnel die Bahnlinie und die ehemaligen Bahnhofsanlagen des jetzigen Haltepunktes. An dieser Stelle soll das Betriebsgebäude für den Überleitungsstollen mit Steuerungstechnik und Pegelmesseinrichtung sowie eine Zufahrt für Wartungsfahrzeuge in den Stollen gebaut werden. Für die Kreuzung des Zuleitungskanals mit der Bahnlinie wird während der Bauzeit eine Behelfsbrücke errichtet, um den Bahnverkehr aufrechtzuerhalten. Die Straßenbrücke über die Freiberger Mulde an der Ölmühle wird in diesem Zusammenhang mit erneuert, um die Zufahrt zur Baustelle zu ermöglichen. Die erneuerte Brücke dient zukünftig dem Anliegerverkehr.

Das Auslaufbauwerk liegt stromabwärts von Dorfchemnitz an einem Wanderparkplatz südlich des Steinbruchweges und seine Gesamtlänge wird 210 m betragen. Für die kreuzende Kreisstraße K 7733 Dorfchemnitz – Mulda wird eine Brücke errichtet.

Die Gesamtbauzeit für das HRB Mulda und den Überleitungsstollen beträgt ca. 5 Jahre.

© ICL Ingenieur Consult 2011